Warum kann ein Stadtrat, der gelernter Mathelehrer ist, nicht rechnen?

Ein Gastbeitrag von Holger Jost

Was haben wir uns lange gewundert, dass Marc Schulte den Unterschied zwischen 600.000 und 35 Millionen Euro bei einer möglichen Entschädigungszahlung für die Sicherung der Oeynhausen-Kleingärten nicht sehen wollte. Jetzt wissen wir es – er scheint es nicht zu können: Der Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf leidet offensichtlich unter Dyskalkulie.

Klar, bei jemandem, der nach eigenen Angaben ein Studium der Mathematik an der FU absolviert haben will, erstaunt es, dass ihm Rechenschwäche unterstellt werden muss. Aber wie anders ist zu erklären, dass er scheinbar noch nicht einmal Bäume zählen kann? Denn so rechnet Marc Schulte:

Im Jahr 2011 wurden in Charlottenburg-Wilmersdorf 388 Straßenbäume gefällt und 182 nachgepflanzt, sagte der Stadtrat am 21. 06. 2012 auf die Kleine Anfrage 0081/4 von Jenny Wieland (B´90/Die Grünen). Mithin ein Jahresminus von 206. Insgesamt gebe es 45.925 Straßenbäume.

Keine 3 Jahre später sind es ganz andere Zahlen, die derselbe Marc
Schulte auf die Kleine Anfrage 0465/4 des Piraten Siegfried Schlosser am 29. 05. 2015 für denselben Bezirk und dasselbe Jahr
auflistet: In
2011 wurden demnach 661 Straßenbäume gefällt und 142 nachgepflanzt. Das wäre ein Jahresminus von 519.

Noch verwirrender wird es dann, wenn man die Angaben des Statistischen Landesamtes benutzt: Für das Jahr 2011 wird dort in Charlottenburg-Wilmersdorf „nur“ ein Minus von 111  Straßenbäumen im Vergleich zum Vorjahr ausgeworfen. Als Gesamtbestand findet man dort die Zahl 43.839, also immerhin 2086 weniger als Marc Schulte für Jenny Wieland zählen ließ.

In seiner Beantwortung der Kleinen Anfrage von Siegfried Schlosser führt der Stadtrat weiter an, es habe 1990 noch einen  Straßenbaumbestand von 44.214 gegeben, im Jahr 2014 einen von 43.871 Bäumen. Das sei ja in rund 25 Jahren gerade ein Minus von 343.

Auch hier weist das Statistische Landesamt andere Daten aus: Demnach standen 1990 im Bezirk 44.512 Straßenbäume, im Jahr 2014 nur noch 43.629, also eine Reduzierung um immerhin 883.

Seit 2011 listet der Stadtrat ein Vierjahresdefizit an Straßenbäumen in der Beantwortung auf die Schlosser-Frage von 1462 auf. Das Statistische Landesamt gibt im selben Zeitraum nur ein Minus von 353 an.

Ja was denn nun? Was den letzten Absatz betrifft, müsste man sich jedenfalls wünschen, dass Marc Schulte wirklich nicht rechnen kann!

 

 

3 Gedanken zu „Warum kann ein Stadtrat, der gelernter Mathelehrer ist, nicht rechnen?

  1. neu

    Erst vor kurzem hat die Bi-Stuttgarterplatz für den Kracauerplatz fünf bäume – im wert von an die 4000 eur – dem bezirk gestiftet.Wie zählt nun der stadtrat dieselbigen ? (besonders da dieselbigen ja keine strassen-sondern platzbäume darstellen)

    übrigens hat herr schulte den dank öffentlich bisher nicht verkündet.
    der bürger als not nagel für die öffentlich leeren kassen – danken wird ihm die politk nur selten, eher gar nicht

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  2. Holger Jost

    Mich erreichen etliche Zuschriften von Bürgern, die sich große Sorgen um Marc Schulte zu machen scheinen, Vorschläge unterbreiten möchten, wie der Stadtrat vielleicht doch noch sein Bäumchen gezählt bekommt. Wie dieser hier:
    Der Stadtrat sollte Jenny Wieland und Siegfried Schlosser alle Bäume zählen lassen, die noch nicht in den nächsten 2 Jahren gefällt werden sollen, die aber schon vor 4 Jahren nicht mehr im Bestand waren, trotzdem aber von Marc Schulte als Neupflanzung vorgesehen sind, dem Statistischen Landesamt und dem Abgeordnetenhaus jedoch bislang gefehlt haben, deshalb eigentlich keine Bäume sein können sondern irgendwelche Vollpfosten….

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